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Ich lud Stéphanie Bouvier, François Hardel und Amande In ein, an der Ausstellung "para-" im 150m3 Largus, in Köln, teilzunehmen, nachdem Leo B. Roost, Leiterin des seit Anfang Oktober 2005 geschlossenen Projektaums mich bat, dort eine Ausstellung zu organisieren.
Stéphanie Bouvier, geboren 1974, lebt und arbeitet in Paris und Avignon,
nutzt Video, Photographie, Performance in Form von Installationen.
Ihre Arbeiten sind Collagen aus Fragmenten, die sie meist in ihrem unmittelbarem Umfeld aufnimmt.
Sie hat Freie Kunst an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris
studiert, davor Geschichte an der Universität Lyon II und Film an der
Universität Paris VIII.
Im Dyptichon Delfin eignet sich die Künstlerin Texte aus einem Lehrbuch für
Deutsch für Ausländer an.
Sie dekontextualisiert sie, indem sie sie von deutschsprachigen Schauspielern
vorlesen lässt, was sie in Perspektive setzt und es erlaubt, sie anders aufzufassen. Ursprünglich verfasst, um alltagsnahe Situationen darzustellen, in der Sorge einer maximalen Glaubhaftigkeit, enthüllen sie sich nur eher als fiktional und unwahrscheinlich.
Desweiteren rückt der narrative Aufbau und die Gesamtstruktur der Texte den
Willen zu mehr Kommunikation und doch gleichzeitig die Verständigungsschwierigkeiten unter den Menschen in den Vordergrund.
Henri&Moi ist eine Diaserie, die sukzessive in derselben Woche in den Städten
Wuppertal, Köln und Paris aufgenommen wurden.
In diesen Aufnahmen von Stadtlandschaften kann man immer wieder die Plakate derselben Werbekampagne der Firma H&M erkennen, auf der ein Model in der Pose einer entschlossen Schreitenden eingefroren ist/erscheint/gefroren steht : eine Kreuzung zweier Wege.
François Hardel, geboren 1978, lebt und arbeitet in den Sables-d'Olonnes,
sein Hauptmedium ist die Photographie.
Er hat an der École Régionale des Beaux-arts de Nantes studiert.
Das Projekt "Labo-phare" besteht einerseits aus drei Webcams, die in der Lampe des Leuchtturms "l'Aiguillon", in Hafen von Saint-Nazaire, die ununterbrochen zwei Ansichten des Horizonts und ein Blick in die optischen Instrumente des Turms filmen, andererseits aus einer Website, die die aufgenommenen Bilder veröffentlicht und auf einer Datenbank speichert.
Die Vorrichtung war ein Jahr lang aktiv (Sommer 2004 bis Herbst 2005).
François Hardel hat für das Café Largus, das an den Ausstellungsraum grenzte,
eine Postkartenserie mit der Internetadresse seines Projektsdrucken lassen.
Die besucher konnten so mit einem Laptop vom Café aus, das über einen
Wi-Fi Hotspot verfügte, die Seiten abrufen.
Im Ausstellungsraum hingen drei Photoserien, die mit der Linse der Lampe
des Leuchtturms gemacht worden waren.
Amande In, geboren 1981, lebt und arbeitet in Paris und Nizza, studiert an
der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris und realisiert
Objekte und Installationen.
Sie versucht stets die spezifischen Besonderheiten der Räume, in denen sie
ausstellt, zu nutzen.
Der Betrachter wird von der Künstlerin eingeladen, an einem Spiel mit
dem Werk teilzunehmen.
In der Ausstellung werden zu sehen sein : "Inondation (Überschwemmung)",
ein Blatt Papier, auf dem blaue Linien (die in Wirklichkeit blaue Baumwollfäden sind) die Ränder des Blatts verlassen und in die Risse des rohen Betonbodens des Ausstellungsraums "fließen" und "versickern" und "Avalanche (Lawine)", eine Schneekugel, die bis zum Bersten mit künstlichem Schnee gefüllt ist.
Die drei Künstler haben die Besonderheiten und das Umfeld des Ausstellungraums jeweils anders aufgegriffen : die Arbeit von Amande In ist im Boden des Orts des Eingriffs selbst verankert, als sie in seine Fugen sickert.
Stéphanie Bouvier befrägt die unmittelbare Umgebung : eine Sprachschule für
Ausländer, die sich direkt über dem Ausstellungsraum befindet, Köln
und seine Umgebung (Wuppertal).
François Hardel lädt seinerseits die Besucher ein, einen anderen Horizont zu
entdecken - sein eigenes Lebensumfeld : die Atlantikküste Frankreichs -,indem
er den Betrachter aus der Ausstellung herausbefördert.
Zu meiner Person : nach einem abgeschlossenem Kunststudium in Karlsruhe, war ich 2002 Mitglied im Team des pariser Projektraums "paris project room" und absolvierte 2003 den Master "Kunst der Ausstellung" an der Unversität Paris X Nanterre.
Der Titel lehnt sich an die Texte von Gérard Genette und natürlich
J.Hillis-Miller an : "Para ist ein antithetisches Prefix, das sowohl Nähe und Distanz bedeutet, Ähnlichkeit und Unterschied, Verinnerlichung und Veräußerlichung [...]." (J.Hillis-Miller, "The Critic as Host", New York, 1979).
Eröffnung: Freitag 02. September 2005, ab 19 Uhr
150m3 Largus
Ausstellungs- und Projektraum
tägl. 11.00-19.00 Uhr
Mozartstr. 9
50674 Köln
+49 . 221 93 11 99 09
150kubik@cafe-largus.de
www.cafe-largus.de
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